Marcus Aurelius 161 - 180 & Lucius Verus 161 - 169, Adoptivsöhne des Antoninus Pius
Marcus Aurelius
Marcus Aurelius, der Philosoph auf dem Kaiserthron genoß schon in seiner Jugend eine ausgezeichnete Bildung. Die nützliche Tätigkeit für das Gemeinwesen, Selbstdisziplinierung und Achtung auch der ungebildeten, unteren Bevölkerungsschichten waren für ihn wichtig.
Seine persönliche Tragik bestand darin, daß er die Hälfte seiner Regierungszeit als Feldherr auf den Schlachtfeldern der Markomannenkriege verbringen mußte. Hier verfasste er die "Selbstbetrachtungen", ein stoisches Meisterwerk als Quintessenz seines Lebens.
Skeptizismus und Pessimismus hinsichtlich der Bedeutung des Einzelnen im
Entwicklungsprozeß der Menschheit zeigt Mark Aurels eigene Sicht zur Frage des
Nachruhms und der Flüchtigkeit der menschlichen Existenz in den Selbstbetrachtungen:
"Einst gebräuchliche Worte sind jetzt unverständliche Ausdrücke. So geht es
auch mit den Namen ehemals hochgepriesener Männer, wie Camillus, Kaeso, Volesus,
Leonnatus, und in kurzer Zeit wird das auch mit einem Scipio und Cato, nachher
mit Augustus und dann mit Hadrian und Antoninus der Fall sein. Alles vergeht und
wird bald zum Märchen und sinkt rasch in völlige Vergessenheit…"

Das römische As zeigt den jungen 25jährigen Mark Aurel als Caesar, den designierten Nachfolger des aktuellen Kaisers (Augustus) Antoninus Pius. Er hat die tribunizische Gewalt (TR POT) in diesem Jahr erstmals erhalten, das Konsulat zum zweiten Mal (COS II).
"Auch für Augustus’ Nachfolger gehörte die tribunicia potestas fortan über Jahrhunderte zum Kernbereich ihrer kaiserlichen Macht. Die tribunizische Amtsgewalt stattete sie formal mit den Mitteln aus, die römische Innenpolitik scheinbar im Einklang mit den Gesetzen zu kontrollieren. Um die Fiktion der Annuität zu wahren, wurde die Vollmacht jährlich (allerdings automatisch) erneuert – oft wie beim regulären Tribunat am 10. Dezember –, so dass man die Angaben TRI POT, TR P o. ä. auf Münzen und in Inschriften zur Datierung verwenden kann." Quelle: Wikipedia
Im Jahr 145 bekam Mark Aurel das Konsulat. Er steht zusammen mit seinem Adoptiv-Vater Antoninus Pius in der Jahresliste der Konsulare:
"145 Imp. Caesar T. Aelius Hadrianus Antoninus Augustus Pius IV M. Aurelius Caesar II" Liste der römischen Konsuln (Wikipedia)

Der Sesterz des Augustus Marcus Aurelius wurde anläßlich seines zehnjähigen Herrschaftsjubiläums im Jahr 171 in Rom geprägt.
Die italienische 50-Cent-Münze aus dem Jahr 2002 zeigt rückseitig das Reiterstandbild des Kaisers Mark Aurel auf dem Kapitolinischen Hügel in Rom. Die einzige aus der Antike erhaltene Bronze-Reiterskulptur verdankt ihre Erhaltung nur der Tatsache, daß man im Mittelalter darin ein Bildnis des Christenkaisers Konstantin vermutete.

"Wie jeder neuzeitliche Staatsmann konnte Marc Aurel den Lauf der Geschichte nicht aufhalten. Wer aber sollte bezweifeln, daß Rom ohne ihn noch schneller gesunken wäre? Mit letzter Kraft bäumte er sich gegen den Verfall auf und vermittelte seinen Zeitgenossen noch einmal das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit, wenn dieses auch nicht mehr von Dauer sein konnte." Ute Schall " Marc Aurel - Der Philosoph auf dem Cäsarenthron" Phaidon
Lucius Verus
Gleich bei Herrschaftsantritt im Jahr 161 ernannte Marcus Aurelius seinen Adoptivbruder Lucius Verus zum Mitregenten. Es handelte sich hierbei erstmals um eine echte Zweierherrschaft. Beide Kaiser vollzogen sämtliche Regierungshandlungen gemeinsam.

Es dauerte nicht lange da brach der armenisch-parthische Krieg aus. Anfang 162 übernahm Lucius Verus die Leitung der römischen Operationen und ging in den Osten. 163 wurde die armenische Hauptstadt Artaxata erobert und ein römischer Klientelkönig eingesetzt.
Aus diesem Grund erhielt Lucius Verus den Ehrentitel "Armeniacus", anläßlich dessen die römische Münzprägung erfolgte.

Im Jahr 165 wurde der entscheidente Sieg über die Parther erfochten. Die parthischen Städte Seleukia und Ktesiphon fielen den Römern in die Hände. 166 wurde die Operation mit der Niederlage der Parther abgeschlossen und beide Kaiser triumphierten gemeinsam in Rom. Der Krieg brachte jedoch ein furchtbares Unglück über das Reich; die römischen Legionen schleppten bei ihrer Rückkehr die Pest nach Europa.

"Das Bild, das wir heute von Lucius Verus haben, ist stark geprägt durch ein literarisches Stilmittel, das römische Autoren gerne verwendeten: Sie hoben Eigenschaften einzelner Personen dadurch hervor, indem sie sie mit denen anderer Personen kontrastierten. So wurde die Fehlerlosigkeit eines Marcus Aurelius in der biographischen Literatur dadurch betont, indem man die Schwächen des Lucius Verus hervorhob, seine Stärken nicht erwähnte. Lucius Verus war mit Sicherheit nicht der schwache, dem Luxus ergebene Mensch, als den ihn die Historia Augusta schildert." Ursula Kampmann "Die Münzen der römischen Kaiserzeit" Battenberg 2011