Elagabalus 218 - 222 & Severus Alexander 222 - 235, Großneffen der Kaiserin Julia Domna
Die severische Dynastie hatte nordafrikanisch-punische Wurzeln seitens des Begründers Septimius Severus und syrische Wurzeln seitens seiner Frau Julia Domna. Die beiden Kinderkaiser kamen bereits mit 14 bzw. 13 Jahren auf den Kaiserthron und wurden mehr oder weniger durch ihre Mütter und Großmutter Julia Maesa beeinflußt und gesteuert. Mit ihnen erlosch diese Dynastie.
Elagabalus

Elagabal, der syrische Kinderkaiser im Priesterornat des Sonnengottes Heliogabal war den senatorischen Historikern über alle Maßen verhasst. Er galt ihnen als der schwule affektierte Orientale, dem der Sonnenkult wichtiger war als die Staatsgeschäfte und so drückten sie ihm den Stempel des Wahnsinns auf.
Der Kaiser scheiterte im Versuch, den Sonnengott von Emesa (Homs) vor die kapitolinische Trias der römischen Staatsgötter zu setzen.
Erst 50 Jahre später gelang dies dem Soldatenkaiser Aurelian mit der Einführung des "Sol invictus"-Kultes im Zuge seiner erfolgreichen Restaurationsbestrebungen.

Die sehr gut gemachte zeitgenössische Fälschung (Subärat) eines römischen Silberdenars ist links oberhalb zu sehen. Ein unedler Kern wurde mit einer dünnen Silberschicht versehen, die sich abgegriffen hat.


Severus Alexander
Severus Alexander wurde auf Betreiben seiner einflußreichen Großmutter Julia Maesa im letzten Jahr der Herrschaft seines Cousins Elagabal von ihm adoptiert und damit Caesar. Nach der Ermordung Elagabals übernahm er reibunglos als erst Dreizehnjähriger den Kaiserthron.


Severus Alexander stand aufgrund seiner Jugend von Anfang an unter immensen Einfluß seiner Mutter Julia Mamaea, dem er sich nie entziehen konnte. Seine Politik war im Gegensatz zu seinem Vorgänger auf Ausgleich angelegt. Alte Traditionen wurden wieder hergestellt.

Im Revers wird Iustitia (Justitia) gezeigt. Sie ist die göttliche Kraft, die Gerechtigkeit bewirkt. Ihre Attribute sind die Waage und das Füllhorn. Bereits Augustus ließ ihr ein Heiligtum in Rom errichten.




"Dennoch stimmen die meisten Quellen darin überein, daß er eine schwache Persönlichkeit war, die ganz im Schatten, der alles beherrschenden Mutter stand. Überdies bewies er wenig Kompetenz auf militärischem Gebiet und zeigte sich der Truppe gegenüber knauserig - und ebendassollte sein Schicksal schließlich besiegeln." Chris Scarre "Die römischen Kaiser" Bechtermünz 1998