Gerasa (Jerash)
Die antike Stadt Gerasa, das heutige jordanische Jerash liegt nördlich von Amman. Die Stadt wurde im 2. Jahrhundert v.u.Z. von den Seleukiden gegründet und erlebte in der römischen Kaiserzeit mit etwa 13000 bis 16000 Einwohnern seine Blüte. Die Eroberung durch die Araber im Jahr 635 markiert den Endpunkt der Stadtgeschichte. Gerasa war danach über Jahrhunderte nicht bewohnt. Wiederentdeckt wurde der Ort 1806 durch den Gelehrten Ulrich Jasper Seetzen aus Deutschland. Die heutige Stadt Jerash existiert erst seit 1878.
Hadrianstor
Der dreitorige Triumphbogen wurde 129 zu Ehren des Besuches des römischen Kaisers Hadrian errichtet. Das Tor liegt außerhalb der Stadtmauern. Vermutlich rechnete man damals mit einem stärkeren Ausbau der Stadt, jedoch blieb die Stadtgrenze danach unverändert.



Das große ovalförmige mit ionischen Säulen umgebene Forum war das Handels- und Verwaltungszentrum der Stadt. Es wurde im 1. Jahrhundert n.u.Z. erbaut und ist mit Kalksteinplatten gepflastert.





Theater


Das Südtheater wurde unter Domitian für etwa 3000 Personen errichtet und hatte 32 Ränge. Es war das größte von 3 Theatern Gerasas.

Die erste Bauphase des Nordtheaters geht auf das 1. Jahrhundert n.u.Z. zurück. Das Gebäude wurde in dieser Zeit als Versammlungsstätte genutzt. Die erstmalige kulturelle Nutzung für Theatervorstellungen ist für das Jahr 165 belegt. Nach Erweiterungsbauten im 3. Jahrhundert wurde eine Besucherkapazität von 1600 Plätzen geschaffen.

Cardo Maximus (Hauptstraße)
Der Cardo Maximus ist die Hauptverkehrsader der Stadt und wurde zwischen 39 und 67 erbaut. Sie ist 800 m lang und verläuft von Südwest bis Nordost. Die Straße verbindet das Forum mit dem Nordtor. In der 2. Hälfte des 2. Jahrhunderts wurden die ionischen Säulen entlang der Straße durch korinthische ersetzt, von denen heute noch rund 500 stehen. Durch die Straße waren viele öffentliche und religiöse Bauwerke erreichbar.



Nymphaeum
Das Nymphaeum war eine den Nymphen geweihte Brunnenanlage aus dem 2. Jahrhundert. Der prächtige Bau war 22 m breit und ursprünglich mit einem Portikus versehen. Die ausgebuchtete Außenwand war mit 2 Reihen Nischen mit Statuen ausgestaltet, aus denen Wasser entsprang und in Brunnen aufgenommen wurde. Der gesamte Baukomplex wurde mit einer Halbkuppel in Form einer Muschel abgeschlossen.



Artemis-Tempel
Der Artemistempel aus dem 2. Jahrhundert ist die imposanteste Tempelanlage der Stadt. Ein monumentaler Treppenaufgang (Propyläen) führt von der Cardo maximus zum Tempelbezirk mit einer Fläche von 161 x 120 m (Themenos).



Kathedrale
Die frühchristliche Kathedrale befindet sich auf den Fundamenten des antiken Dionysos-Tempels aus dem 2. Jahrhundert n.u.Z.

Tetrapylon


Das Tetrapylon war ein häufiges städtebauliches Architekturelemement im Römischen Reich. Das vierseitige Tormonument bildete wichtige Kreuzungspunkte der Stadt und verband Hauptstraßen, Markt- und Kulturareale. Das Nord-Tetrapylon von Gerasa verband das Zentrum mit den nordwestlichen Thermenbereichen.