Vespasianus (Herrschaftszeit: 69 - 79), General Neros
Nach dem Selbstmord von Nero im Jahr 68 stürzte das Reich ins Chaos, da die Herrschaftsnachfolge nicht geregelt war. Im sogenannten Vierkaiserjahr setzte sich Vespasian mit seinen Donaulegionen gegen die Mitrivalen Galba, Otho und Vitellius letztendlich als Sieger durch und begründete damit die neue flavische Dynastie.
Auf dem römischen As ist im Revers Securitas abgebildet. Securitas war die göttliche Macht, die bewirkte, daß die Menschen in Sicherheit leben konnten. Sie hält linkerhand die Gerechtigkeitswaage und stützt sich rechts auf das Herrschaftszepter. Vespasian garantierte als Kaiser nach seinem Sieg Frieden (Pax) und Sicherheit (Securitas). Diese Programmatik zeigt sich auf den Münzprägungungen am Beginn seiner Herrschaft.

Der Denar des Vespasian zeigt auf dem Revers Opfergerätschaften (Simpulum, Aspergillum, Jug & Lituus), die von römischen Priestern bei Kulthandlungen verwendet wurden.
Das Simpulum ist in der römischen Religion eine Schöpfkelle. Sie diente den Priestern und Vestalinnen dazu, beim Opfer den Wein auf die Opferschale zu gießen und war in der Liturgie ein wichtiges Element des Staatskultes. Das Aspergillum fungierte als ritueller Gegenstand des Pontifex maximus zum Besprengen mit geweihtem Wasser. Desweiteren ist ein Opferkrug (Jug) und ein Insignienstab (Lituus) dargestellt. Dieser gekrümmte oder spiralförmig endende Stab ist etruskisch-italischer Herkunft und besteht aus Holz oder Metall. Ursprünglich war der Lituus Amtsinsigne der römischen Könige. Später wurde er zum Zeichen imperatorischer Macht und zum Wahrzeichen des Princeps. (Quelle: Wikipedia)

Der Siegesdenar des Kaisers Vespasian wurde anläßlich der Beendigung des Judäischen Krieges geprägt. Die Personifikation des Landes Judaea sitzt in Trauer hinter einem Tropaeum.

Im Jahr 79 verschied Vespasian nach zehnjähriger Herrschaft im Alter von 69 Jahren. Der fähige Restitutor hatte das Reich wieder auf ein solides Fundament gestellt, die Grenzen gesichert und die Finanzen stabilisiert. Er setzte die Erbnachfolge seiner Söhne vor dem Senat durch und sicherte damit die friedliche Entwicklung des Imperiums. Auf dem Vergöttlichungs-Denar ist rückseitig eine Urne zu sehen. Sie steht auf einer Grabstele (Cippus), an der ein Schild angelehnt ist. Die Gruppierung befindet sich zwischen zwei Lorbeerbäumchen. In der Todessymbolik stand der Lorbeer schon in der Antike für Frieden und ewiges Leben.
Die Münzbildnisse des Vespasian, auch die Marmorbüsten zeigen neben der Repräsentationsprogrammatik des Herrschers auch sehr individuelle Züge: Die soldatische Strenge, die bäuerliche Unverwüstlichkeit und die Gewitztheit.
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