Actium - 2. September 31 v.u.Z.
Im Jahr 31 v.u.Z. strebte der seit Jahrzehnten tobende Bürgerkrieg seinem blutigen Finale zu. Vor Actium besiegten die Soldaten Oktavians und Agrippas in einer gewaltigen Seeschlacht die Armeen Mark Antons und Kleopatras, die infolgedessen beide den Freitod wählten.
Die römisch-gallische Provinzialprägung zum Gedenken des Seesieges zeigt im Avers Augustus und Agrippa. Entscheidenten Anteil am Sieg hatte Agrippa, Heerführer und Architekt. Er war ein Jugendfreund Oktavians, Vertrauter und späterer Schwiegersohn des Augustus. Im Revers ist der Prägeort Colonia Nemausus mit "COL NEM" bezeichnet. Das im Abbild an einer Palme angekettete Krokodil soll wohl das unterworfene hellenistische Ägypten darstellen. Diese Münze ist ein Belegstück für die Propagandafunktion antiker Münzen.
Das As mit dem Porträt seines Großvaters Agrippa ließ Kaiser Caligula wohl anläßlich des 70. Jahrestages der Seeschlacht prägen.

DIe Schlacht war die Auseinandersetzung um die Herrschaft des Mittelmeerraumes. Oktavian war der Herrscher über Italia und die Westprovinzen. Ihm standen der Ex-Cäsarianer und Herr über den römischen Osten, Marcus Antonius, mit seiner Geliebten, der ptolemäischen Pharaonin Kleopatra VII., gegenüber.
Der Silber-Legionsdenar wurde zur Finanzierung der römischen Soldaten des Mark Anton geprägt. Die neuzeitliche ägyptische Münze zeigt Kleopatra als Isis mit dem göttlichen Atribut der Geierhaube.
Die Marmorbüste der letzten Diadochen-Pharonin Kleopatra VII. befindet sich heute im "Neuen Museum Berlin" auf der Museumsinsel. Die Büste wurde vielleicht 30-11 v.u.Z. nach Kleopatras Freitod erschaffen. Sie zeigt ein Porträt der Königin nicht in unmittelbarer Lebendigkeit, sondern verklärt und weich gezeichnet. Der Archäologe Klaus Fittschen schlug vor, dass es sich hier um ein posthumes Porträt handelt, welches Kleopatras Tochter Selene nach ihrer Hochzeit mit Juba in Mauretanien aufstellen ließ. (siehe Austellungskatalog der Hypo-Kulturstiftung 1989 "Kleopatra - Ägypten um die Zeitenwende" , S.214, Verlag Philipp von Zabern, ISBN 3-8053-1014-5)
Der Machtkampf wurde mit allen propangandistischen Methoden und Verleumdungspraktiken geführt. Antonius habe die römischen Traditionen verraten und sei willfähriges Objekt im Bann der orientalischen Hexe Kleopatra. Dabei ging es um die Auseinandersetzung des neuen westlichen imperialen Konzeptes gegen das östliche hellenistische System.
Die italienischen Kolonialmarken (Libyen 1937) zeigen das "Adler-Schlange-Relief" im Torbogen des Sergierbogens in Pula (Istrien). Dieser acht Meter hohe Ehrenbogen wurde von der römischen Patrizierin Sergia im 1. Jahrhundert v.u.Z. finanziert. Er ist ihren Brüdern gewidmet, die an der siegreichen Schlacht von Actium teilnahmen. Das Relief symbolisiert den Sieg des römischen Adlers über die Schlange Kleopatra.
Diese populistische Symbolik des sieghaften Kampfes der "Guten" gegen die "Bösen" reicht bis in die Gegenwart.
In der Nazi-Marke aus dem Jahr 1944 nimmt das skurrile Züge an. Die faschistische Bewegung glaubt im Untergang an den "Endsieg" und gedenkt im Sterbeprozess ihrer Wurzeln.
Literatur:
Colin thubron (hrsg) "Die seefahrer - die seefahrer des altertums", bechtermünz 1992
ortsbesichtigung/ Museen:


Die barocke Steinskulptur zeigt den Selbstmord der Kleopatra durch einen Schlangebiß. Sie steht im Park des Balthasar-Neumann-Schlosses in Werneck. Auf der zeitgenössischen Museumsmünze ist ein Porträt der ägytischen Königin zu sehen.

Die Sieger der Seeschlacht von Actium: Agrippa & Oktavian, der spätere Augustus.
