Thermen im Römischen Reich

"Ein Historiker unserer Zeit hat sie einmal als 'Kathedralen des Fleisches' bezeichnet, nicht ganz zu Unrecht, wenn auch die Pflege des Körpers nur eine der Funktionen darstellte, denen diese riesigen Bauwerke dienten. In gleichem Maße erfüllten sie auch wichtige soziale und kommunikative Aufgaben: als Einrichtung für Erziehung, Sport und für Vorführungen aller Art."

Erika Brödner "Die römischen Thermen und das antike Badewesen" Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1983 

Die Anlagen waren Zentren des kulturellen Lebens, denen Sportstätten, Tribünen und Bibliotheken angeschlossen waren. Es gab beheizte Kult- und Heilbäder, öffentliche Reinigungsbäder, Schwitz-, Heißluft- und Kaltwasserbäder.

Caracalla-Thermen im Rom

Die Caracallathermen waren die zweitgrößte Anlage dieser Art in Rom. Das Thermenareal mit Palästra umfaßte ca. 340 m x 330 m. Das kompakte Badegebäude war 220 m lang und 114 m breit. Der innere Durchmesser des kreisförmigen caldarium und die Höhe bis zum Kuppelscheitel betrugen etwa 35 m. Im Jahr 206 wurde mit dem Bau begonnen. Kaiser Caracalla ließ 216 die Anlage eröffnen, unentgeltlich für das Volk. Noch bis ins 5. Jahrhundert waren die Anlagen in Betrieb. 

Kaiserthermen in Trier

Die Grundsteinlegung für den 250 m x 145 m großen Thermenneubau erfolgte im Jahr 293 unter dem Tetrarchen-Cäsar Constantius Chlorus. Unter seinem Sohn Constantinus wurden die Bauarbeiten wegen Bürgerkriegswirren im Jahr 316 abgebrochen. Die Thermen verblieben im Rohbau-Zustand. Im Jahr 367 verlegte Valentinian seinen Kaiserhof nach Trier. Eine letzte Blütezeit brach an. Es erfolgte ein Umbau des Thermenrohbaus in eine Unterkunft für 500 Leibgardisten.  

 zurück zur Startseite: