Thermen im Römischen Reich
"Ein Historiker unserer Zeit hat sie einmal als 'Kathedralen des Fleisches' bezeichnet, nicht ganz zu Unrecht, wenn auch die Pflege des Körpers nur eine der Funktionen darstellte, denen diese riesigen Bauwerke dienten. In gleichem Maße erfüllten sie auch wichtige soziale und kommunikative Aufgaben: als Einrichtung für Erziehung, Sport und für Vorführungen aller Art."
Erika Brödner "Die römischen Thermen und das antike Badewesen" Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1983
Die Anlagen waren Zentren des kulturellen Lebens, denen Sportstätten, Tribünen und Bibliotheken angeschlossen waren. Es gab beheizte Kult- und Heilbäder, öffentliche Reinigungsbäder, Schwitz-, Heißluft- und Kaltwasserbäder.
Caracalla-Thermen im Rom

Die Caracallathermen waren die zweitgrößte Anlage dieser Art in Rom. Das Thermenareal mit Palästra umfaßte ca. 340 m x 330 m. Das kompakte Badegebäude war 220 m lang und 114 m breit. Der innere Durchmesser des kreisförmigen caldarium und die Höhe bis zum Kuppelscheitel betrugen etwa 35 m. Im Jahr 206 wurde mit dem Bau begonnen. Kaiser Caracalla ließ 216 die Anlage eröffnen, unentgeltlich für das Volk. Noch bis ins 5. Jahrhundert waren die Anlagen in Betrieb.
