Tiberius (Herrschaftszeit: 14 - 37), Stief- und Adoptivsohn des Augustus

Tiberius wurde erst mit 54 Jahren römischer Kaiser und versuchte die Politik des Augustus fortzuführen. Während es Augustus in der Zusammenarbeit mit dem Senat gelang, den Anschein der Republik aufrechtzuerhalten, hatte Tiberius nicht dessen Verstellungstalent. Zudem waren ihm Anbiederungsversuche und "Speichelleckerei" äußerst zuwider. Daher kam Tiberius in der senatorischen Geschichtsschreibung äußerst negativ weg. Besonders der Schreiberling Sueton verdrehte und erfand diverse Begebenheiten in seinem Skandal- und Klatschgeschichten-Machwerk "Das Leben der Römischen Kaiser".

"Das Bild des Augustus erscheint wiederholt auf Münzen der tiberischen Zeit und belegt damit die Bedeutung, die Tiberius dem Kult des verstorbenen Kaisers beimaß. Seine Politik fortzusetzen (imitatio Augusti) war grundlegend für Tiberius, nicht nur, weil er damit mehr Legitimität und Ruhm für seine Herrschaft zu erlangen hoffte, sondern auch, weil er sich mit der Haltung seines Vorgängers in verschiedenen Bereichen der Herrschaft völlig identifizierte und dementsprechend handelte."   Zvi Yavetz "Tiberius, der traurige Kaiser", dtv 2002

Die Medaille zum 2000jährigen Bestehen der österreichischen Bodensee-Stadt Bregenz verweist auf den damals erst 25jährigen Feldherrn Tiberius. Im Jahr 15 v.u.Z. besiegte er die Räter und ließ infolgedessen die Provinz Raetia errichten und das verkehrswichtige Brigantium erbauen.

Seit Augustus war das sakrale Amt des Pontifex maximus an der ersten Stelle der kaiserlichen Titel und blieb es bis in die Spätantike. Der PONTIF-MAXIM-Denar wird in den USA als Tribute Penny (Judas-Silberling) gehandelt.

 

Nicht erst die moderne Geschichtsschreibung übte teilweise Quellenkritik in den Werken der Schriftsteller SUETON und TACITUS hinsichtlich  der Diffamierungen und Verzerrungen zur Biographie des Tiberius.

"Um so größer war meine Genugthuung, als ich nach der Beendigung meiner Untersuchung die Freude hatte, das wesentliche derselben: den Nachweis der Ungerechtigkeit, mit welcher der gefeierte Tacitus den großen Claudier behandelt, und des falschen Bildes, das er der Nachwelt von ihm hinterlassen hat, auch von anderen bestätigt zu sehen." Adolf Stahr "Tiberius - Leben, Regierung, Charakter", Berlin, Verlag von J. Guttentag, 2. Auflage 1873,  Vorwort zur ersten Auflage 1863                   

                                                                                  

Museen:

 

Caligula (Herrschaftszeit: 37 - 41), Großneffe des Tiberius

Gaius Caesar Germanicus, genannt Caligula, kam als 25jähriger auf den Kaiserthron. Als Kleinkind begleitete er seine Eltern auf Feldzügen, bei denen er den Spitznamen Caligula (Stiefelchen) von den Soldaten erhielt.

"Der römische Kaiser Caligula gilt traditionell als grausamer und wahnsinniger Tyrann. In dieser glänzend geschriebenen Biographie begegnet er uns jedoch als ein mit zynischem Witz agierender Herrscher, der den Opportunismus und die Skrupellosigkeit der römischen Aristokratie für seine Zwecke ausnutzte und von ihr dafür später als Geisteskranker denunziert wurde." Buchklappentext, Aloys Winterling "Caligula - Eine Biographie", Pantheon TB 2007 

 

"Am 10.Juni des Jahres 38 starb unerwartet Caligulas Schwester Drusilla, die er stets besonders bevorzugt und für den Fall seines eigenen Ablebens zur Alleinerbin erklärt hatte. Es wird berichtet, daß ihn der Verlust so außerordentlich schmerzte, daß er es nicht über sich brachte, an dem aufwendigen öffentlichen Begräbnis, mit dem sie ausgezeichnet wurde, teilzunehmen. ...Caligula ließ Drusilla außergewöhnliche posthume Ehren zuteil werden. Aloys Winterling "Caligula - Eine Biographie", Pantheon TB 2007 

Auf Beschluß des Senats wurde Drusilla nach Julius Caesar und Augustus divinisiert, d.h. unter die Götter versetzt.

 

 

zurück zur Startseite: