Alexander der Große (356 - 323 v.u.Z.); Sohn des Makedonenkönigs Philipp II.

Der Nachruhm Alexanders III. hallte und hallt durch die Epochen. Jede Zeit drückte ihm seine Projektionen auf. Cäsar träumte von Eroberungen im Osten, für römische Imperatoren mit Expansionsabsichten gehörte eine Visite am Alexandergrab zum Pflichtprogramm. Napoleon Bonaparte und die faschistischen Diktatoren Hitler und Mussolini betrachteten Alexander als vermeintlichen Leitstern.

Wer war Alexander? Visionär und Kulturbringer? Rücksichtsloser Massenmörder?

Der Historiker Robin Lane Fox verweist auf fehlende zeitgenössische, aber die vorhandene anschwellende Flut nachträglicher Lebensbeschreibungen. Der diesbezügliche gordische Knoten, Alexanders Leben nahe zu kommen, wird sich wohl niemals lösen lassen.

Die Münzprägungen zur Bezahlung seines Heeres zeigen, dass Alexander mit den Heroen Achill und Herakles wetteiferte. Propagandemäßig fühlte er sich berufen, Rache für die einstige Zerstörung Athens durch die persischen Invasionen zu nehmen. Die griechischen Siedlungen unter persischer Oberhoheit in Kleinasien sollten "befreit" werden, obwohl sie sich seit 150 Jahren durch eine weitgehende Autonomie günstig entwickelt hatten.

 

          

Nach dem Sieg von Issos (333 v.u.Z.) begab sich Alexander nach Ägypten und weiter zum Wüstenorakel des Zeus-Ammon in der Oase Siwa. Es war das letzte den Griechen bekannte Orakel im Osten, bevor der Alexanderzug ins unbekannte Asien weiterzog. Mit dem günstigen Orakelspruch und der göttlichen Abstammungslegitimation waren alle Bedenken beseitigt. 

 

                     

Der 1887 vom türkischen Archäologen Osman Hamdi Bey im Libanon entdeckte Marmorsarkophag befindet sich heute im Archäologischen Museum Istanbul. Er zeigt Alexander in einer Perserschlacht. Alexander war der wohl beste Reitergeneral und militärisches Genie, der mit hohem persönlichen Einsatz die Schlachten von Chaironeia gegen die Griechen (338 v.u.Z.), Issos (333 v.u.Z.) und Gaugamela (331 v.u.Z.) gegen die Perser entschied.

 

 

Die britische Briemarke aus dem Jahr 2003 zeigt den Kopf einer griechischen Skulptur um 200 v.u.Z., die sich im Britischen Museum befindet. Die Briefmarke aus Mali bildet ein Detail des Alexander-Mosaikes aus Pompeji ab. Der persische Großkönig Dareios flieht vom Schlachtfeld. Es wurde 1831 bei Grabungen in Pompeji freigelegt und befand sich im sogenannten Haus des Faun. Heute ist es im Nationalmuseum Neapel zu sehen.

 

 

 

Im Sommer 1963 entdeckte der Bauer Dumitru Raicu aus Lărguţa, (Distrikt Cantemir, Südwesten des Landes), zufällig auf seinem Feld nach heftigem Regen einen Goldschatz. Er bestand aus einem Goldtopf und 21 Goldmünzen. Dieser Hortfund aus der Zeit Alexanders des Großen ist etwa 2300 Jahre alt. Er wurde vom Archäologen A. Nudelman untersucht und nach Abschluß dem Nationalmuseum für Archäologie und Geschichte übergeben. Heute befindet sich der Goldschatz im Nationalmuseum für Völkerkunde und Naturgeschichte Moldawiens. Die Münzen zeigen Apollon und Athena sowie rückseitig eine Biga und Nike.

 

Lireratur:

Gebhard, Rehm, schulze (hrsg) "alexander der grosse - herrscher der welt", katalog lokschuppen rosenheim, verlag philipp von zabern 2013

peter green " alexander der grosse - mensch oder mythos" (1970), verlag ploetz kg würzburg 1974

robin lane fox "alexander der grosse - eroberer der welt" (1973), Biographie, heyne verlag münchen 1981, TB

s. Fischer-fabian "alexander der grosse", biographie, tosa verlagsgesellschaft wien 1994

jakob wassermann "alexander in babylon" (1905), historischer roman, Verlag der nation berlin 1986  

 

museen:

 

 

"Einige moderne Historiker bezeichnen ihn verächtlich als ´´betrunkenen, jugendlichen Raufbold``, doch allem  Anschein nach bewies Alexander erstaunlich viel Takt im Umgang mit den neu eroberten Gebieten und deren Bevölkerung. … Alexander war nicht zuletzt deshalb imstande, immer mehr Gebiete in seine Gewalt zu bringen, weil er bereit war, sich auf die lokalen Oberschichten zu stützen."  Peter Frankopan "Licht aus dem Osten - Eine neue Geschichte der Welt" Rowohlt TB, 3. Auflage 2017

     

 

    

 

                                                                                 

 

Plutarch berichtet über eine legendäre Begegnung Alexanders mit dem Philosophen Diogenes, der die weltliche Bedürfnislosigkeit vertrat.

" Die Griechen versammelten sich auf einer Landenge bei Korinth und beschlossen mit Alexander einen Feldzug gegen die Perser zu unternehmen. Sie wählten Alexander zum obersten Befehlshaber. Daraufhin kamen viele Politiker und Philosophen zu ihm, um ihm zu gratulieren. Alexander nahm an, dass auch der in Korinth lebende Diogenes von Sinope, das Gleiche tun würde. Da dieser aber überhaupt keine Notiz von Alexander nahm und in aller Ruhe im Kraneion blieb, machte er sich selber zu ihm auf.
Als er bei ihm ankam, lag Diogenes gerade in der Sonne. Er setzte sich ein wenig auf, als er die große Menge an Leuten bemerkte und blickte Alexander an. Dieser begrüßte ihn und fragte, ob er ihm einen Gefallen tun könne. Darauf antwortete Diogenes: „Geh mir nur ein wenig aus der Sonne!“
  

Quelle:  https://cultura-lista.de

 

 

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