Claudius (Herrschaftszeit: 41 - 54), Neffe des Tiberius, Onkel des Caligula

"Claudius, jener Kaiser wider Willen, der im Herzen ein überzeugter Demokrat geblieben ist, der Gatte der berüchtigten Messalina, die er wegen Teilnahme an einer gegen ihn gerichteten Verschwörung hinrichten ließ, der schließlich - von seiner vierten Frau, Aggrigina, der Mutter Neros, vergiftet - seinem Schicksal nicht entging: dieser Herrscher ist im Urteil der Zeitgenossen wie der Geschichtsforscher meist schlecht weggekommen. Graves unternimmt mit seinem Werk eine Art historischer Ehrenrettung. Er würdigt ihn als besonnenen, klugen Monarchen, der aus einer Laune heraus auf den Thron gesetzt, regieren mußte und konnte."   Klappentext, Robert von Ranke Graves "Ich Claudius Kaiser und Gott", Roman, LIST Bibliothek 1990

 

Auf dem römischen As ist im Revers Libertas abgebildet. Libertas war die Personifikation der Freiheit und wurde als göttliche Kraft angebetet. Sie hält linkerhand den Freiheitshut (Pileus).

Auf den Claudischen Münzprägungen symbolisiert die "Constantiae Augusti"  ist die Beständigkeit, Ausdauer und Standfestigkeit des Kaisers. Die behelmte Constantia steht nach links, erhebt die linke Hand und hält eine Lanze in der Rechten.

 

Die britische Briefmarke zeigt das Claudius-Porträt einer Goldmünze, die in Bredgar, einem Dorf im Südwesten Englands 1957 gefunden wurde. Auf dem Gelände der Pfarrei entdeckte man 34 römischen Münzen, darunter 15 Goldaurei. Es wird angenommen, dass der Hortfund im Zusammenhang mit der Claudius-Invasion im Jahr 43 steht. Ca. 40.000 Soldaten (4 Legionen mit Auxiliartruppen) wurden unter dem Oberkommando des Aulus Plautius eingeschifft. Es gelang der Armee die Festung von Camulodunum (das heutige Colchester) und das gesamte südliche Britannien einzunehmen. Möglicherweise wurden die Münzen vor der Schlacht am Medway von einem Soldaten vergraben.

Auf der Rückseite der Claudius-Münze ist Minerva, die römische Göttin der intelligenten Kriegsführung mit Schild und Speer zu sehen.

Auf den indischen Briefmarken aus Nagaland ist eine kaiserzeitliche Münze abgebildet. Im Revers ist der Ehrenbogen für Claudius anläßlich der erfolgreichen Eroberung Britanniens zu sehen.

"Ein typisches Phänomen der römischen Architektur sind die zahlreichen Ehrenbögen, die anlässlich eines wichtigen militärischen Triumphes für den siegreichen Feldherren, später meist für den Kaiser, errichtet wurden. Auch die größte außenpolitische Errungenschaft des Claudius, die Eroberung des südlichen Britannien, führte 51/52 n. Chr. zum Bau eines solchen steinernen Denkmals in Rom, welches dieser auf seinen Münzen abbilden ließ. Nur wenige Reste, unter anderem ein Teil der Inschrift, sind heute noch von diesem Bogen erhalten, und deshalb ist die Versuchung groß, hier anhand des Münzbildes eine Rekonstruktion des ursprünglichen Baus zu versuchen. Doch sind aus der Regierungszeit des Kaisers Claudius auch Prägungen für seinen Vater Drusus bekannt, welche die gleiche Darstellung eines eintorigen Ehrenbogens mit Reiterstatue und Tropaia zeigen, die nur statt der Inschrift DE(victis) BRITANN(is) (Nach dem Sieg über Britannien) passend zu den Germanienfeldzügen des Drusus den Schriftzug DE(victis) GERMANI(s) tragen. Dies verdeutlicht, dass hier nicht die genaue Wiedergabe des jeweiligen Bogens beabsichtigt war, sondern eher die Botschaft eines triumphalen Sieges des Kaisers oder seines Vorfahren vermittelt werden sollte."  Quelle Sonja Hommen "Aureus des Claudius mit Darstellung eines Triumphbogens" Landesmuseum Württemberg, Deutsche Digitale Bibliothek

 

Die zwei neuzeitlichen Münzen der englischen Queen Elizabeth II aus Großbritannien zeigen im Revers die Personifkation der Britannia. Die sitzende Britannia mit dem Schild der Nation ist mit den Attributen Dreizack, Leuchtturm, Löwe versehen und verweist damit auf die große Seefahrt-Tradition.

"Unter der Gestalt der Britannia versteht man die Nationalallegorie (Nationalfigur) von Großbritannien, also eine Personalisierung und Verklärung des britischen Volkes und Gebiets nach griechisch-römischem Vorbild. Die Nationalallegorie der Britannia geht auf Pallas Athene, Schutzgöttin des Stadtstaats Athen bzw. ihrem römischen Gegenbild Minerva, eine der drei Schutzgottheiten Roms zurück. Beide Göttinnen stehen für Weisheit und staatliche Gemeinschaft und wurden mit dem lateinischen Begriff Genius loci beschrieben, was wörtlich übersetzt „der Geist des Ortes“ heißt. In diesem Sinne bezeichnet Genius loci die geistige Atmosphäre eines Ortes, die durch den Geist der Menschen geprägt sein soll, die sich dort aufgehalten haben oder noch befinden.

Unter dem Namen Britannia wurde von den Romano-Briten daher der weibliche Genius der römischen Provinz Britannien als Gottheit verehrt. Will man sich ausdrücklich auf das von Römern eroberte Gebiet beziehen, so spricht man auch von Britannia Romana (Römisches Britannien), im Gegensatz zum nichtrömischen Britannien auch als Britannia Barbara (Wildes/Fremdes Britannien) bezeichnet.

In der Neuzeit wählte man oftmals - in Analogie zur Britannia falls eine entsprechende römische Gottheit fehlte - den Namen der einstigen römischen Provinz, die in antiken Zeiten im Gebiet des jeweiligen zeitgenössischen Staates bestand. Beispiele hierfür sind Austria, Germania oder Helvetia."
  Quelle: Wikipedia

 

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Nero (Herrschaftszeit: 54 - 68), Adoptivsohn des Claudius, Urenkel des Augustus

"Über keine Persönlichkeit der Weltgeschichte, mit Ausnahme von vielleicht Adolf Hitler, ist je soviel Schlechtes geschrieben worden wie über Nero. Einige christliche Schriftsteller wie Vittorinus, Commodianus und Sulpicius Severus hielten ihn sogar für den Antichristen und glaubten, daß er zu gegebener Zeit wiederkehren werde. ... In Wahrheit war Nero ein hervorragender Staatsmann. Während seiner vierzehnjärigen Regierungszeit erlebte das Römische Reich eine Periode des Friedens, des Wohlstandes und der wirtschaftlichen und kulturellen Blüte, wie es sie weder vor noch nach seiner Zeit je erfahren hat. Ohne Frage war Nero größenwahnsinnig, ein Visionär, der, wie Nietzsche sagen würde, im großen Stil dachte und der die Welt nach seinen Intuitionen und Vorstellungen zu gestalten versuchte. ... und noch 20 Jahre nach seinem Tod trat im Jahr 88 der dritte und letzte "falsche Nero" in Erscheinung. Und noch viele Jahre lang brachte das römische Volk im Frühjahr und im Sommer Blumen zum Grab jenes Mannes, dessen Name verwünscht, verflucht und verurteilt werden sollte, in saecula saeculorum. (Anm.: für immer und ewig) - Massimo Fini "Nero - Zweitausend Jahre Verleumdung" Herbig 2006

   

 

Das in Rom geprägte As des Nero zeigt auf der Rückseite die Siegesgöttin Victoria mit Schild (darauf S P Q R) in der rechten Hand nach links fliegend.

Nero trat im Alter von 17 Jahren die Nachfolge des Claudius an. Er war der letzte Kaiser der julisch-claudischen Dynastie. Der obig-vordere Alexandriner zeigt im Revers den Gründer des Prinzipats und Urgroßvater des Nero: Augustus. Hiermit möchte Nero auf die Legitimation und Kontinuität seiner Herrschaft verweisen.

 

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