Augustus (63 v.u.Z. - 14); 1. Kaiser des Römischen Reiches, Großneffe & Erbe Cäsars

Die Augustus-Medaille wurde anläßlich des 2000. Geburtstages des Gründers des Römischen Kaiserreiches im Jahr 15 der Machtergreifung der italienischen Faschisten herausgegeben. Der Duce und "Imperator" Mussolini fühlte sich berufen ein neues faschistisches "Imperium Romanum" zu erschaffen. 

Die von Romagnoli gestaltete Bronzemedaille hat einen Durchmesser von 27 mm und wiegt 10 Gramm. Sie entspricht damit von den Abmessungen/ Gewicht  in etwa einem römischen As. Die Vorderseite zeigt den vergöttlichten Augustus mit einem Ziegenfisch (Steinbock mit Fischschwanz). Auf der Rückseite überreicht die von der Stadtgöttin Roma gehaltene Victoria den "Römern" einen Siegeskranz.

1938 anläßlich des Hitlerbesuches in Rom versuchte Mussolini diesen durch Militärparaden zu beeindrucken. 

Die Militärparaden-Karte ist mit drei Briefmarken zum 2000sten Geburtstag des 1. römischen Kaisers versehen. Die 25 und 50 Cent-Werte (Mi:IT 586/587/579-1937) sind der Landwirtschaft, dem Wohlstand des Imperiums und der Volkszählung (Feldzeichenmarke CENSUM POPVLI) gewidmet.

Im Augustusjubiläumsjahr "BIMILLINARIO AUGUSTEO" wurden 1937 auch verschiedene Briefmarkeneditionen herausgegeben.

30c - Fortsetzung des Werkes von Julius Caesar; 20c - Rekonstruktion des Tempels in Rom;

50c - Wahl zum Kaiser Augustus; 75c - Eroberung Äthiopiens

Der 75'-Wert zeigt Kaiser Augustus vor 2 Palmen und Pyramiden. Er verweist auf die völkerrechtswidrige Annexion Äthiopiens im Abessinienkrieg 1935/36 durch das faschistische Italien, angeblich im Geiste von Augustus.

10c - Befriedung der Meere; 15c - Erfolgreiche Kriege auf Wasser und zu Lande;

25c - Volkszählung; 50c - Bau der Flotte

           

2,55c - Kranz vor dem Kapitol; 1,75c - Bau der Ara Pacis; 5c - Italienisch Libyen;

Im Jahr 27 v.u.Z. beginnt in der römischen Geschichte ein neues Zeitalter. Nach einer denkwürdigen Rede vor dem Senat wurde Octavian mit dem Titel "Augustus" (der Erhabene) geehrt und zum Princeps, dem ersten Bürger Roms gewählt. Er führte das Erbe Cäsars fort, machte jedoch nicht dessen Fehler und bemäntelte seine Alleinherrschaft geschickt. Augustus gab sich als "primus inter pares", als Erster unter Gleichen aus. Eine neue Zeit des Friedens brach an. Durch die Seeschlacht von Actium wurden die langwierigen Bürgerkriege in der späten Republik beendet.

In dieser neuen Epoche verändert sich auch das Herrscherbildnis. Die republikanischen Individualportraits (siehe auch Caesar) waren "Leistungsbildnisse". Sie zeigten das Alter in seiner Erscheinung mit Falten und kantigem Gesicht. Der Abgebildete war mit seiner ganzen Lebenserfahrung und Kompetenz dargestellt. Im Gegensatz dazu erscheint das Gesicht des Kaisers jetzt idealisiert jugendlich, implementiert mit Ruhe und Heiterkeit. Augustus wird selbst im hohen Alter auf diese Weise unverändert abgebildet.

Die thrakische Münze zeigt im Revers das Klientel-Königspaar als "Freunde des römischen Volkes". In der späten Republik und im frühen Kaiserreich war man bestrebt Klientelstaaten als Pufferzone zu den peripheren Gegnern zu etablieren.

                 

                                                                                  

Im hohen Alter von fast 76 Jahren lag Augustus auf dem Sterbebett und verließ die Bühne des Lebens. Er hatte dauerhafte Fundamente für ein neues imperiales System gelegt. Seine Frage, ob er die Rolle seines Lebens gut gespielt hätte, wurde von den Umstehenden bejaht.

 

Literatur:

joachim bleicken "augustus -  eine biographie", alexander fest verlag berlin 2000

karl Hönn "augustus und seine zeit", verlag anton schroll wien, 3. aufl 1943

allan massie "ich augustus", roman, lübbe-verlag bergisch-gladbach, 2. aufl. 1993

victor simon "augustus", historischer roman, rowohlt taschenbuch verlag hamburg 2004

 

Museen:

 

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