Maximinus Thrax (235 - 238) - erster Soldatenkaiser

"Nicht eine alle Lebensbereiche umfassende Krise erschütterte das Weltreich, sondern umwälzende Veränderungen außerhalb des Imperiums erforderten militärische Reaktionen und brachten die alte Prinzipatsordnung ins Wanken. Die Soldatenkaiser - viele dieser durchweg vom Heer erhobenen Kaiser waren alles andere als unzivilisierte Haudegen - stellten sich typisch römisch, traditionsverbunden und doch innovativ den Herausforderungen ihres Zeitalters und schufen so ein neues Imperium."

Klappentext "Die Soldatenkaiser" von Michael Sommer, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 2004

Maximinus entstammte dem engeren Kreis der militärischen Elite unter Severus Alexander und hatte Kommandos im Osten des Reichs und an der Rheingrenze. Er hatte die Qualitäten, die sein Vorgänger nicht besaß: Charisma, militärische Erfahrung und kameradschaftlicher Umgang mit den Soldaten. Durch militärische Niederlagen, für die das severische Kaiserhaus verantwortlich gemacht wurde, kam es 235 zum Putsch des Heeres und zur Ausrufung des ersten Berufssoldaten zum Kaiser.

Gleich zu Beginn seiner Amtszeit 235-236 begab sich Maximinus mit Soldaten aus 3 Legionen auf auf einen Germanenfeldzug. Er führte ihn tief ins freie Germanien bis an die Elbe. Auf dem Rückweg besiegten die Römer germanische Verbände am Harzhorn. Das durch einen Zufallsfund im Jahr 2000 entdeckte Schlachtfeld wurde seit 2008 systematisch erforscht. Der Schlachtenverlauf konnte dadurch rekonstruiert werden.
Nach seiner Rückkehr nahm der Kaiser den Titel "GERMANICVS MAXIMVS" - "Größter Sieger über die Germanen" an.
Der Feldzug war als Strafexpedition infolge häufiger germanischer Plünderungen in den Grenzprovinzen angelegt. Er demonstrierte die römische Schlagkraft und sicherte für einige Zeit die Rheingrenze.

"Die Historia Augusta lässt kaum ein gutes Haar an Maximinus, indem sie das groteske Bild eines tumben, grausamen und blutrünstigen Proleten zeichnet,... Übersehen wird bei all diesen anekdotenhaften und unzuverlässigen Darstellungen oft, dass Maximinus ein intelligenter, erfahrener, pflichtbewusster, charismatischer und willensstarker Anführer gewesen sein muss, den die Sicherheit der Reichsgrenzen ein großes Anliegen gewesen ist und dessen Feldzüge an den Grenzen von Erfolg gekrönt waren." Quelle: Jan Eschbach und Stefano Borin " Das Heer des Maximinus Thrax" - Heere und Waffen 34, Zeughaus Verlag 2020


 



Römische Infanterie und Kavallerie (Römergruppe Dr. Marcus Junkelmann) auf dem Museumsfest

 

 

 

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