Olympia - Sport in der Antike
"Olympia, der Ort, an dem die Griechen in der Antike alle vier Jahre
zusammenkamen, um zu Ehren ihres höchsten Gottes Zeus, die Olympischen Spiele zu
feiern, liegt in der elischen Landschaft Pisatis, ..., in einem Tal im
Nordwesten der Peleponnes."
"Wer zum Abschluß der Olympischen Spiele dem erlauchten Kreis derer angehörte,
die vor der Eingangshalle des Zeustempels den Siegerkranz aus den Händen der
Hellanodiken in Empfang nehmen durften und ihren Namen aus dem Mund des Herolds
rufen hörten, die hatten in den Augen vieler Griechen das Höchste erreicht, was
einem Sterblichen zuteil werden konnte."
Michael Siebler "Olympia - Ort der Spiele, Ort der Götter", Klett-Cotta
Verlag Stuttgart 2004
An den Olympischen Spielen konnten Athleten aller griechischen Stadtstaaten
teilnehmen, sie hatten panhellenischen Charakter. Andere große Wettkämpfe diese
Art waren die Pythischen Spiele in Delphi zu Ehren
Apollons, die Isthmischen zu
Ehren Poseidons und die Nemeischen Spiele im
Zeusheiligtum zwischen Korinth und
Argos. Der erste überlieferte Sieg in Olympia stammt aus dem Jahr 776 v.u.Z. in
der Disziplin des 200m-Laufs. Später kamen andere Sportarten hinzu: Fünfkampf
(Pentathlon: Speer, Sprung, Diskus, Lauf, Ringen),
Faustkampf, Pankration und im Hippodrom Wagenrennen mit Zwei- und Vierspännern.
Bester im Wagenrennen wurde nicht der Lenker, sondern der Eigentümer des
Gespanns des Siegers. In der Königsdisziplin "Fünfkampf" mußte der "Olympionike"
mindestens in 3 Wettbewerben gewinnen. Generell zählte nur der Sieg, dem
Zweitplazierten kam keinerlei Bedeutung zu.

Die Rückseite der griechischen Banknote aus dem Jahr
1987 zeigt das Heraion in Olympia und den Diskobolos des
Künstlers Myron. Das um 450 v.u.Z. entstandene Bronze-Original existiert heute
nicht mehr, sondern nur noch in römischen Marmor- und Bronzekopien des Diskuswerfers
in verschiedenen Museen. Diese Figur offenbart die Anspannung des Athleten
unmittelbar vor dem Abwurf der Scheibe.
Der dorische Heratempel aus dem 7. Jahrhundert v.u.Z.
ist einer der ältesten im Heiligtum von Olympia.




Der 1,50-Drachmen-Wert der griechischen Briefmarke zeigt eine Übungs-Kampfszene
zweier Ringer in der Palaistra als Detail einer Grabreliefplatte, die sich heute im
Archäologischen Nationalmuseum Athen (siehe unten) befindet.
Auf dem 3,50-Drachmen-Wert ist eine spartanische Athletin abgebildet. Frauen
durften bei den Olympischen Spielen nur in der Wettlaufdisziplin zu Ehren der
Göttin Hera teilnehmen. Diese Wettbewerbe waren nicht Teil der offiziellen
Spiele. Im Gegensatz zu den generell nackt auftretenden männlichen Athleten
traten die Frauen, vorwiegend Spartanerinnen, in einer Kurztunika an.
"Auch für Mädchen (Anm.: in der oligarchischen Militärdiktatur Sparta) war
eine sportliche Ausbildung möglich, sicherlich eine der wenigen positiven
Aspekte, und Frauen konnten in Sparta im Allgemeinen freier leben als im übrigen
Griechenland. Die übrigen Griechen waren über die kurze Tunika der Mädchen und
ihre zeitweisen Ringkämpfe mit Knaben schockiert."
Nathaniel Harris "Illustrierte Geschichte - Antikes Griechenland" Tosa
Wien 2000


Das Sockelfries verzierte die Basis einer Grabkourosstatue aus dem Jahr
510 v.u.Z. Das Frontrelief zeigt zwei Ringer in Aktion. Links von ihnen sieht
man einen Athleten, bereit zum Sprung. Rechts ebnet ein Jüngling die
Sprungfläche. Die Athleten befinden sich im Fünfkampfturnier. Die Marmorplatte
wurde im Athener Stadtteil Kerameikos nordwestlich der Akropolis gefunden. Sie
war 479 v.u.Z. in der sogenannten "Langen Mauer" des Themistokles verbaut
worden. Die Mauer verband Athen mit dem Hafen Piräus und war 5 km lang.

Faustkampf:
"Der Sieg eines Boxers wird mit Blut erkauft. So beginnt eine Preisinschrift
auf einen zähen und erfolgreichen Boxer von der Insel Thera. ...
Aber Verletzungen sind immer schon ein integraler Bestandteil des Boxens
gewesen, und die Griechen beurteilten es sehr treffend als die physisch härteste
und schädlichste aller Kampfsportarten." Michael B. Poliakoff
"Kampfsport in der Antike - Das Spiel um Leben und Tod" Patmos 1995

Die 2000-Lire-Marke aus dem Vatikan zeigt ein Boxer-Mosaik aus den
Caracalla-Thermen in Rom. Der Boxer trägt ein um Hand und Unterarm gewickeltes
Band mit eingenähten Metallstücken (Caestus). Die Faustkämpfer tragen die
im Cirrus zusammengefassten Haare. Der Cirrus ist ein typischer Haarschopf im
Nacken, der diese Berufsathleten kennzeichnete.
museen:
Die Wandmalerei "Ringkämpfer" um 80 n.u.Z. stammt von einer Villa rustica
in der Nähe von Neapel. "Der rechte Mann hat einen seiner Arme erhoben,
während der linke versucht, den Angriff abzuwehren und gleichzeitig den Gegner
mit der rechten Hand zu fassen. Der Ringkampf erfreute sich bereits in der
griechischen Antike großer Beliebtheit und wurde bei den Römern u.a. im
Vorprogramm von Gladiatorenkämpfen abgehalten." Hrsg Rudolf
Aßkamp u.a. "Luxus und Dekadenz - Römisches Leben am Golf von Neapel" Philipp
von Zabern 2007


Die Provinzialbronze des Kaisers Elagabal aus Laodikeia ad Mare (Syrien)
zeigt ein Ringerpaar mit Griffen im Standkampf. Der Rechte hält seinen Gegner am
rechten Arm fest, dieser packt ihn an der Schulter.

Die delische Athletenskulptur zeigt eine römische Marmorkopie der berühmten
Bronzefigur, dem sogenannten "Diadumenos", des Polyklet aus dem Jahr 430
v.u.Z. Das Meisterwerk zeichnet sich durch anatomische Detailtreue aus.




Die 200-Lire Marke anläßlich der Sommerolympiade1960 in Rom zeigt die
Statue eines Athleten, der sich Staub und Schweiß mit Hilfe einer Strigilis von
der Haut abstreift. Das Werk stammt vom griechischen Bildhauer Apoxyomenos von
Lysippos.
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