Pantheon Rom

Die Vorhalle des Pantheons trägt zwar die Inschrift des Erbauers Agrippa, aber der Tempel in seiner heutigen Form mit verbundenen Zwischen- und Rundbau wurde unter Kaiser Hadrian im Jahr 125 n.u.Z. vollendet. Das Heiligtum war ursprünglich den sieben planetarischen Göttern geweiht, die den Umlauf der Gestirne und damit die Ordnung der Welt garantierten. Unter Hadrian zogen hier die ca. 3000 Götter ein, die im römischen Reichsgebiet eine staatlich gebilligte Verehrung genossen. Ein Ausdruck der Universalität der römischen Reichsidee.

"Die überwältigende, von keinem anderen Rundbau der Welt übertroffene Wirkung des Inneren beruht auf seinen Verhältnissen. Die Höhe des Innenraumes, 42,20 m, ist gleich seinem Durchmesser. Es ist also eine Art Raumkugel konstruiert, die der antiken Philosophie seit langem als Inbegriff der Vollkommenheit erschien. Das Innere empfängt sein das Ganze in allen Teilen wohlig durchströmende Licht durch die runde, von einem Bronzeguß eingfaßte Öffnung von 9 m Durchmesser in der ursprünglich vergoldeten Decke, die nur eine Blendfassade vor der hinter ihr liegenden Konstruktion darstellt. Die Gliederung der Wand durch sieben Nischen mit ihren Säulen ist antik, ebenso der in bunten Marmor eingelegte Fußboden und die der Tempelverkleidung der Wand mit bunten Marmor bis zum Gebälk der Säulen." Curtius-Nawrath "Das antike Rom" Verlag Schroll, 4. Auflage 1963

"Das Erstaunlichste an dem Gebäude ist sein Licht. Durch eine kreisrunde Öffnung von neun Meter Durchmesser, die den Scheitel der Kuppel bildet, fällt das ungebrochene, durch kein Glas getrübte Licht des römischen Himmels in den Raum. Die kaum wahrnehmbaren Wandlungen seiner Intensität, seine Milderung durch Wolken, seine Trübung durch den Schirokko, sein Glanz in der Sonne, und sein geisterhaftes Leben im Mond, diese tausendfältige, lebenspendende Variation des Lichtes durchdringt den Innenraum mit so feiner Gewalt, daß es scheint, als hätten die grau kassettierten Steine ein besonderes, beinahe körperlich spürbares Leben. Das Pantheon als Ganzes ist eine überwältigende Leistung, aber die Tat des Genies dabei ist die Öffnung in der Kuppel.  Reinhard Raffalt "Concerto Romano - Leben mit Rom" Prestel-Verlag München 1955

           

 

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