Hadrian (Herrschaftszeit: 117 - 138), Adoptivsohn Trajans

"Alle Provinzen hat er zu Fuß durchwandert, seinen Begleitern vorauseilend. Da hat er die Städte im Reich hergestellt und ihren Stand gemehrt. Schmiede, Zimmerleute, Maurer, Architekten und allerlei Werkmeister zum Ausbau von Festungen und zur Verschönerung der Städte hat er wie Legionen in Kohorten abgeteilt." Ferdinand Gregorovius "Hadrian und seine Zeit - Glanz und Untergang Roms" 1851, Wunderkammer Verlag 2011

"Hadrian ging nicht als Eroberer, sondern als Förderer der Künste und Wissenschaften in die Geschichte ein. Seine Regentschaft war der glänzende Höhepunkt der Römischen Kaiserzeit." Klappentext: Ferdinand Gregorovius "Hadrian und seine Zeit - Glanz und Untergang Roms" 1851, Wunderkammer Verlag 2011

"Hätte dieser Mensch der Welt nicht den Frieden erhalten und die Wirtschaft des Reiches belebt, sein persönliches Glück oder Mißgeschick wären mir weniger wichtig gewesen." Marguerite Yourcenar zur Fertigstellung ihres Romans, einer fiktiven Autobiographie des Kaisers, im Jahr 1950;  Klappentext: Marguerite Yourcenar "Erinnerungen des Hadrian" Reclam 1985

    

Die britische Briefmarke aus der Edition "Roman Britain" zeigt einen Bronzekopf Hadrians aus dem 2. Jahrhundert n.u.Z., der 1834 in der Themse gefunden wurde und sich heute im British Museum London befindet. Auf dem römischen Sesterz des Hadrian ist im Revers Saulus, die Personifikation des Wohlergehens und der Gesundheit dargestellt. Die weibliche Gottheit wird hier stehend während der Fütterung einer Schlange aus einer Opferschale (Patera) dargestellt. Die Schlange windet sich einen Altar empor. Salus wurde vor allem mit dem Wohlergehen und der Sicherheit des römischen Staates, seiner Bewohner und in der Kaiserzeit auch der Herrscher in Verbindung gebracht.

      

Die Handschlag-Tetradrachme aus Ägypten bildet auf der Rückseite die kaiserliche Titulatur "Vater des Vaterlandes" in griechischer Sprache ab. Auf den Vorderseiten römischer Münzen erscheint sie in der Abkürzung "PP" (Pater Patriae). Hadrian erhielt den römischen Ehrentitel vom Senat im Jahr 128 verliehen. 

"Der Senat verlieh den Titel zahlreichen römischen Kaisern, oft erst nach vielen Jahren der Herrschaft, manchmal aber auch, wenn der neue Kaiser die besondere Achtung des Senats genoss, wie etwa Nerva. Folglich trugen viele der kurzlebigen Herrscher diesen Titel nicht. Die Verleihung war an die Zustimmung des zu Ehrenden gebunden, der den Titel auch ablehnen konnte. So ließ sich Kaiser Tiberius den Ehrentitel nicht verleihen; auch Nero schlug das erste Angebot im ersten Jahr seiner Herrschaft aufgrund seiner Jugend aus." Quelle: Wikipedia

 

Das Revers des Dupondius des Hadrian zeigt Hilaritas mit Füllhorn, Palmzweig und zwei Kindern.

 "Hilaritas war die römische Personifikation der Heiterkeit. Als Attribute wies man ihr Füllhorn und einen grossen Palmzweig zu; manchmal auch die patera (Opferschale) oder das Szepter. Zuweilen erscheinen auch Kinder, ähnlich wie bei Fecunditas. Sie findet sich auf Münzen der römischen Kaiserzeit seit Hadrian (117-138 n.u.Z.), oftmals auf Münzen der Kaiserinnen überwiegend bei Geprägen zu ihren Ehren abgebildet. Die Heiterkeit schien sich auf glückliche und familiäre Zeitumstände zu beziehen. Einen offiziellen Kult dürfte es nicht gegeben haben."  Quelle: Wikipedia

Der Victoria-Denar zeigt die Siegesgöttin, ein Tropaeum haltend. Das Tropaeum ist ein Siegesdenkmal oder -zeichen, welches die erbeuteten Waffen des Feindes enthält. Hadrian hatte unter Trajan gedient und umfassende militärische Kenntnisse. Schon in früher Jugend war er Führer einer Reiterschwadron. Als Neunzehnjähriger wurde er im Jahr 95 von Trajan an die bedrohte Rhein- und Donaugrenze beordert.

 

Der in der Spätphase seines Lebens emittierte Dupondius bildet rückseitig die Jagdgöttin Diana ab.

 "Im Jahr 90 kehrte er in seine Geburtsstadt zurück, um dort das Weidwerk zu erlernen, für das er glänzende Begabung an den Tag legte. In späteren Jahren webten seine Soldaten Legenden um seine Jagdabenteuer, deren er im Laufe seines Lebens viele bestand."

Joel Schmidt "Adoptivkaiser und Antonine" 1968 Editiones Rencontre Lausanne

  

Das Ende der 3. Dekade im 2. Jahrhundert geprägte As zeigt im Revers eine Lyra. Die Lyra ist ein Attribut des Gottes Apollon und verweist hier wohl auf die Kunstsinnigkeit des Ästheten Hadrian.

Auf dem Provinzial-Denar ist rückseitig die gelagerte Personifikation Afrikas zu sehen. Sie trägt auf dem Kopf einen Elefantenskalp, hält einen Skorpion und ein Füllhorn. Vor ihr steht ein Korb mit Früchten.

Auf seiner zweiten großen Reise besuchte der Kaiser die Provinz "Afrika Proconsolaris" im Sommer des Jahres 128. Er betrat die Provinz unter einem günstigen Vorzeichen. Es regnete nach 5 Jahren. Er unterstütze die Provinzialbevölkerung in vielfältiger Weise, vergab Stadtrechte, förderte öffentliche Bauten, überprüfte die Wehrfähigkeit der Armeeeinheiten und ließ Grenzbefestigungen im Süden verstärken.

 

Das Hadrian-Aegyptos-As wurde mit Ankunft in Alexandria 130 während seiner dritten Reise (128-132) geprägt. Auf der Münzrückseite ist die gelagerte Personifikation Ägyptens zu sehen. Sie lehnt sich an einen Korb mit Getreide und Früchten. Rechter Hand hält sie ein Sistrum (Musikinstrument, Attribut der Göttin Isis). Ihr gegenüber sitzt ein Ibis.

Alexandria hatte zu seiner Zeit weit über 100000 Einwohner, Hadrian unterstützte großzügig den Wiederaufbau der Stadt infolge jüdischer Revolten und damit verbundener Zerstörungen.

 

Die Rückseite des Oboles zeigt zwei bedeutende landwirtschaftliche Erzeugnisse Ägyptens. Die Getreideversorgung Roms war den Kaisern so wichtig, daß sie die Provinz Aegyptus als Kornkammer unter ihre direkte Herrschaft und Verwaltung stellten. Mohn war schon im Pharaonenreich die Grundlage für Rausch- und Medizinmittel und im ganzen Imperium verbreitet.

 

"Die Villa Adriana oder Hadriansvilla wurde von 118 bis 134 n. Chr. ca. 30 Kilometer nordöstlich von Rom, 6 km vor Tivoli (antiker Name: Tibur) als Sommerresidenz und Alterssitz des römischen Kaisers Hadrian ausgebaut. Die Anlage umfasste mindestens 125 Hektar an bebautem Gebiet und Grünflächen und war damit die größte und aufwendigste Palastanlage, die sich je ein römischer Kaiser erbauen ließ.

Als bedeutendes antikes Ruinenensemble gewann sie nach ihrer Wiederbekanntwerdung im 15. Jahrhundert Bedeutung für die weitere Entwicklung der Gartenkunst und war Vorbild für viele barocke Gartenanlagen. Mehr „Palaststadt“ als Villa ist sie die am besten erhaltene derartige Anlage aus römischer Zeit und ein touristischer Anziehungspunkt. Die facettenreiche Architektur der Villa Adriana spiegelte – und spiegelt teils noch – in einer Vielzahl von Bauten und Ausstattungsobjekten die Eindrücke, die Hadrian bei seinen ausgedehnten Reisen in die Provinzen des Römischen Reiches, vor allem in Griechenland und Ägypten, gesammelt hatte."
Quelle: Wikipedia

 

Museen:

Hadrian der Reisekaiser und extreme Philhellene war schon seinen Zeitgenossen charakterlich ein Rätsel. Als Kosmopolit unterstützte er die Provinzen des Imperiums großzügig.

"Was immer Hadrian sonst noch zustande brachte, seine rastlosen Reisen machten ihn zweifellos zum meistgesehenen Kaiser, den das römische Reich jemals hatte." - Anthony R. Birley "Hadrian - der rastlose Kaiser" Philipp von Zabern 2006

 

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