Griechische und Römische Theater in Tunesien, Algerien, der Türkei und Zypern

"Sie (Anm.: die römischen Theater) dienten der Romanisierung der Provinzen und boten der Selbstdarstellung der herrschenden Schicht eine Bühne. Hier wurden die Feiern des Imperiums abgehalten, Gladiatorenkämpfe ausgefochten, Tragödien und Komödien aufgeführt."  

Rüdiger Gogräfe "Theater im Römischen Reich - Bühne für Schauspieler, die Feiern des Imperiums und die Sponsoren des Reiches" Nünnerich-Asmus Verlag 2013

Karthago - Tunesien:

  

Das römische Theater in Karthago wurde im frühen 2. Jahrhundert für ca. 10.000 Zuschauer errichtet. 1922 wurde das Bauwerk durch französische Archäologen freigelegt und 1960 restauriert. Die Sitzplätze für Ehrengäste waren mit Buchstaben markiert und durch ein Eisengitter vom übrigen Zuschauerbereich getrennt. Das Theater war in einem Berghang eingepaßt und durch eine unterirdische Gewölbekonstruktion erdbebensicher gestaltet worden. Der römische Schriftsteller Apuleius deklamierte hier seine Gedichte und Texte. 

 

guelma - Algerien: 

Das Theater der römischen Stadt Calama befand sich in der von punischen Einflüssen durchdrungen Provinz Numidien. Das Theater wurde durch eine großzügige Spende von 400.000 Sesterzen einer gewissen Annia Aelia Restituta anfang des 3. Jahrhunderts errichtet.

Von 1902 bis 1918 wurde das Theater unter Leitung des französischen Althistorikers und Archäologen Stéphane Gsell (1864-1932) restauriert und wieder aufgebaut, nachdem es zuvor als Steinbruch gedient hatte. Das zweigeschossige Bauwerk hat in der unteren Zone 10 und im oberen Bereich 12 Sitzreihen. Es liegt an einem Hang und misst 58 m in der Breite. Die Orchestra war mit Marmor gepflastert. Das Bühnenhaus wird von zwei Portiken mit korinthischen Säulen flankiert.

 

ephesos - Türkei:

Das kleine Theater oder Odeon nördlich der Staatsagora in Ephesos faßte ca. 1.500 Zuschauer. Eine gefundene Inschrift gibt Auskunft über den Stifter des Bauwerkes. Es handelt sich um den reichen Epheser Bürger Publius Vedius Antonius, der hier um 150 bauen ließ. Das Gebäude wurde auch als Bouleuterion für Ratsversammlungen (Bule) genutzt. Es hatte ursprünglich ein hölzernes Dach. Österreichische Archäologen waren bei Ausgrabungen und der Restaurierung der Funde federführend.

Diese Ansichtskarte aus dem Jahr 1903 wurde vom österreichen Archäologen Rudolf Heberdey an seinen Bruder, den Mineralogieprofessor Philipp Heberdey verschickt. Rudolf Heberdey (1864 bis 1936) war ab 1898 Leiter der Zweigstelle des Österreichischen Archäologischen Instituts in Smyrna und von 1898 bis 1913 Leiter der Ausgrabung in Ephesos, ab 1904 Leiter der Zweigstelle Athen. Von 1909 bis 1911 war er Professor für Klassische Archäologie in Innsbruck, danach bis 1934 in Graz. Die alte Karte zeigt angeblich das Odeon. Zu Heberdeys Zeit fanden jedoch keine Ausgrabungen an diesem Objekt statt. Grabungen erfolgten von 1929 bis 1979 und sind auch heute noch nicht abgeschlossen. Sie führten zu dem Ergebnis, dass es sich um eine Thermenanlage, ein Dampfbad für das Gymnasium handelte.

Desweiteren zeigt dieses interessante postalische Belegstück, dass der Briefverkehr des Österreichischen Archäologischen Instituts in Smyrna (heute Izmir) in die Heimat durch die Österreichische Post vor Ort durchgeführt wurde.

 

SoloI (Soli) Zypern:

"Zu den beeindruckenden Funden gehört das wohl in der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts errichtete Theater, das sich östlich unterhalb der Palastterrasse befindet. Auf dem Scheitel der oberen Stadt und eher im Osten gelegen, wurde es mit seinem Zuschauerrund, der cavea, in den Fels gearbeitet. Die Cavea hatte einen Durchmesser von 53 Metern und bot mit ihren 23 Sitzreihen etwa 3500 Zuschauern Platz. Das zugehörige Bühnengebäude, die scaena frons, war 13 × 36 Meter groß und weist, was im Verhältnis zu anderen antiken Theatern Zyperns wie etwa dem von Kourion ungewöhnlich ist, nur eine Bauphase auf und stammt, nach der Architekturdekoration seiner Scaena frons zu urteilen, aus der Zeit des Antoninus Pius oder eines seiner Nachfolger."  Quelle: Wikipedia

 

 

PAPHOS Zypern:

"Die erste eigene nationale 2-Euro-Gedenkmünze Zyperns zeigt das römische, im 2. Jahrhundert erbaute Odeon, das nach der Rekonstruktion heute wieder für Musik- und Theateraufführungen genutzt wird. Der Archäologische Park Paphos wurde 1980 zum Weltkulturerbe erhoben, Paphos Kulturhauptstadt Europas 2017. „ΠΑΦΟΣ 2017 – ΠΟΛΙΤΙΣΤΙΚΗ ΠΡΩΤΕΥΟΥΣΑ ΤΗΣ ΕΥΡΩΠΗΣ“ (Paphos 2017 – Kulturhauptstadt Europas) und „ΚΥΠΡΟΣ KIBRIS“ (Zypern) stehen kreisförmig um das von Georgios Stamatopoulos gestaltete Motiv." Quelle Wikipedia

 

 

 

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