Die Varusschlacht

Im Jahr 9 wurden bei Kalkriese drei Legionen des Statthalters Varus samt Troß durch germanische Verbände unter Führung des Cheruskers Arminius in einen Hinterhalt gelockt und in der sogenannten "Schlacht im Teutoburger Wald" vernichtet. Diese Niederlage der Römer beendete die aktive Expansionspolitik des Augustus im germanischen Raum. Germania magna mit der Hauptstadt Haltern wurde keine römische Provinz.

   

Die deutsche Briefmarken-Edition zum 2000. Jahrestages des Ereignisses deutet auf den Schlachtenort, die germanischen Wälder und Sümpfe beim heutigen Kalkriese hin. Desweiteren zu sehen sind eine Augustusbüste aus Haltern am See, die Gesichtsmaske eines römischen Reiterhelms aus Kalkriese und ein Teil der Kolossalstatue des Hermannsdenkmales in Detmold. Dieses Denkmal wurde im Rahmen der kaiserzeitlichen nationalistischen Bestrebungen 1875 eingeweiht. Der germanische Arminius-"Hermann" wurde zum Ahnen und Retter Deutschlands hochstilisiert, genauso wie der keltische Fürst Vercingetorix Ahnherr Frankreichs war.  

                                              

Die Notgeldscheine Detmolds würdigen den Sieg über "Deutschlands Feinde". Der Varus-Schein bezieht sich auf eine Strophe aus "Deutschland - ein Wintermärchen" von Heinrich Heine  aus dem Jahre 1844:

"Das ist der Teutoburger Wald, den Tacitus beschrieben, das ist der klassische Morast, wo Varus steckengeblieben."

Natürlich gibt es immer  auch eine andere Sichtweise. Als ehemalige Geisel hatte Arminius eine erstaunliche Karriere hingelegt, war hoch aufgestiegen und avancierte zum engen Vertrauten des Statthalters Varus. Der Sieg über die Römer war nur durch Verrat und List möglich. Im historischen Roman "Varus" (2008) von Iris Kammerer werden diese Ereignisse aus römischer Sicht eindrücklich beschrieben.

 

Literatur:

Rainer Wiegels "Die VarussCHLAchT -  Wendepunkt der Geschichte?", Theiss-Verlag Stuttgart 2007

iris Kammerer "Varus", historischer Roman, heyne-verlag München 2008

 

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