Caracalla (Herrschaftszeit: 211 - 217) und Geta (211), Söhne des Septimius Severus
Beide Brüder wurden für die künftige Herrschaft von ihrem Vater gründlich vorbereitet. Caracalla wurde bereits 198 in den Rang eines Augustus mit dem Titel "Imperator Caesar Marcus Aurelius Antonius Augustus Proconsul" erhoben. Geta erhielt den Augustustitel erst im Jahr 209, obwohl er nur ein Jahr jünger als Caracalla war. Septimius Severus hatte sich wahrscheinlich erst recht spät für eine nachfolgende Doppelherrschaft der beiden Söhne entschieden.
Der heute geläufige Kaisername "Caracalla" ist ein nachträglicher Spitzname analog dem des "Caligula".
"Der Caracallus war ein kurzer enganliegender Mantel mit Kapuze und ursprünglich germanischer oder keltischer Herkunft. Caracalla verlängerte ihn bis an die Fußknöchel, und dieses neue Kleidungsstück verband man so eng mit ihm, daß er danach seinen Spitznamen erhielt." Chris Scarre "Die römischen Kaiser" Bechtermünz 1998


Das Assarion des Junior-Augustus Caracalla wurde 201/ 202 in Kleinasien geprägt. Es ist rechts unten am Halsbereich mit einem "Kopf der Roma" gegengestempelt.
Mögliche Gründe für Gegenstempel (Countermark):
(1) Gültigkeitserklärung ungültiger oder abgenutzter Münzen
(2) Neutarifierung, Wertminderung einer Münze
(3) Kennzeichnung von Sonderzahlungen an die Soldaten, z.B.
(4) Sonderzahlungen anläßlich eines gesponsorten
Ereignisses.
(5) Lokale Gründe
Die thrakische Kleinbronze zeigt einen römischen Brand-Altar oder Altarstein, der mit einer Girlande und Rosette verziert ist. Er gehört zu einer Verehrungsstätte für Gottheiten.


Das Assarion des Caracalla wurde in Nikaia/(heute türkisch Iznik), in der römischen Provinz "Pontus et Bithynia", geprägt. Es ist ein sechssäuliger Tempel zu sehen. Die Münzlegende der Rückseite "ΤΥ-ΧΗ / ΑΓΑ-ΘΗ / ΝΙΚΑΙΕ-ΩΝ" läßt vermuten, dass es sich um das Stadtheiligtum der "Tyche von Nicaea" handelt.
Die syrische Tetradrachme stammt aus Antiochia, der Hauptstadt der römischen Provinz "Syria". Antiochia wurde um 300 v.u.Z. von seleukidischen Diadochen gegründet und war Metropole dieses hellenistischen Königreiches bis es die Römer 64 v.u.Z. eroberten. Zur Blütezeit des Römischen Imperiums im frühen 2. Jahrhundert lebten hier etwa 200000 Einwohner.

Die römische Provinz Cilicia wurde im Jahr 80 v.u.Z. als Resultat der erfolgreichen Bekämpfung dortiger Piratenflotten und -Stützpunkte gegründet. Tarsus wurde in der Kaiserzeit Hauptstadt und regionale Münzstätte. Auf der Vorderseite der kilikischen Münze ist die Caracallabüste mit Brustharnisch abgebildet.

In der senatorischen Geschichtsschreibung ist Caracalla wegen angeblicher Gewalt und Sadismus als Schurke eingegangen. Dieser Kaiser hatte jedoch unbestritten Talent zum Regieren. Er reagierte auf die äußeren und inneren Anforderungen des Reiches auf kluge Weise. Er reformierte das Gerichts- und Münzwesen, erweiterte das Bürgerrecht auf alle Provinzen des Römischen Reiches und legte ein umfassendes Bauprogramm auf. Sein Bildnisse auf Münzen und Büsten zeigen ein strenges Gesicht mit zornigen Falten auf Stirn und Mundpartie. Beim Militär war er äußerst beliebt.
217 starb er erst 29jährig durch ein heimtückisches Attentat, das sein Präfekt der Prätorianergarde Macrinus initiiert hatte.