Septimius Severus (Herrschaftszeit: 193 - 211), angeblicher Bruder des Commodus
Septimius Severus wurde 146 in Leptis Magna, in der Provinz "Africa Proconsularis", im heutigen Libyen geboren. Septimius wurde auf Grund seiner Fähigkeiten durch Marcus Aurelius gefördert. Auf dessen Befehl erfolgte die Aufnahme in den Senat und damit die anschließende Ämterlaufbahn. Er zeichnete sich als Feldherr in den Donaulegionen aus und war Statthalter von Oberpannonien.
Aufgrund einer nicht geregelten Kaisernachfolge brachen nach der Ermordung des Commodus bürgerkriegsähnliche Wirren aus. Unter mehreren "Kaiseranwärtern" setzte sich Septimius Severus 193 als nordafrikanischer Provinziale mit punischen Wurzeln durch. Er begründete die neue severische Dynastie, die zweite nicht italische nach den südspanischen Antoninen.
Zur Stärkung seiner Legitimation als Kaiser, behauptete er ein Bruder des Commodus zu sein. Er hob dessen "damnatio memorae" auf und erklärte ihn zum Divus (Gott).
Die beiden Provinzialprägungen des Septimius Severus "AV K L CEPTI CEVHPOC" stammen aus Marcianopolis im heutigen Bulgarien, etwa 25km von Warna und zum Schwarzen Meer entfernt. Die Stadt wurde durch Trajan 106 gegründet. Sie wurde die Hauptstadt der römischen Provinz "Moesia Inferior".
Auf dem römischen Denar ist im Revers ein Elefant geprägt. Elefanten gehörten in der Heimat des Septimius zur örtlichen Fauna. In der Antike waren Elefanten Arbeitstiere im natürlichen Lebensraum, Kriegswaffe bei den hellenistischen Griechen, Sensationsobjekte im Amphitheater und dressierte Akteure im Zirkus. Verarbeitetes Elfenbein war ein sehr hochpreisiges Luxusgut.
Auf der österreichischen Briefmarke ist ein Gold-Aureus des Kaisers mit Feldzeichen abgebildet.

197 begann Septimius den Partherfeldzug im Osten. Die Parther hatten die chaotischen Zustände der Thronkämpfe genutzt und waren bis zur syrischen Grenze vorgedrungen. In einer Gegenoffensive konnte er die Parther zurückdrängen. Die parthische Hauptstadt Ktesiphon wurde erobert und geplündert. 198 nahm Severus den Beinamen Parthicus maximus an. Obiger Denar wurde aus diesem Grund geprägt. Rückseitig abgebildet ist ein Tropaeum mit 2 gefangenen Parthern. Dieser Denar zeigt die deutliche Münzverschlechterung des Silbergehaltes der Denare in der Regierungszeit dieses Kaisers. Der Silbergehalt sank von 2,2g auf 1,9g pro Denar.
"Mit Recht hat sein vielschichtiger Charakter schon in der Antike eine zwiespältige Beurteilung erfahren. Seinen manchmal skrupellosen Methoden steht seine herausragende historische Leistung gegenüber: Er hat das schlingernde römische Imperium wieder auf Kurs gebracht und gefestigt." Jörg Spielvogel "Septimius Severus - Gestalten der Antike" Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 2006