Griechische und Römische Theater in Griechenland
"Das antike Theater, sowohl das griechische als auch das römische, ist ein
Spiegel der literarischen und humanistischen Kultur des Abendlandes. Die Theater
waren Stätten des gesellschaftlichen Austauschs, der Ausbreitung politischer
Ideen, aber auch Orte der individuellen Läuterung. Hier wurden die großen
Gefühle der Menschheit zum Ausdruck gebracht: Freude und Schmerz. Nicht zufällig
war das Theater dem Gott Dionysos geweiht und die Theateraufführungen fanden während
der religiösen Feierlichkeiten statt."
Umberto Pappalardo "Antike Theater - Architektur, Kunst und Dichtung der
Griechen und Römer" Michael Imhoff Verlag 2007

ATHEN - Odeion
des Herodes Attikus:
Das Odeion
des Herodes Attikus, ein überdachtes Theater, liegt am Südhang der
Akropolis. Es wurde zwischen 160 und 174 n.u.Z. erbaut und konnte etwa 5000
Zuschauer aufnehmen. Stifter des in weißem Marmor verkleideten Bauwerkes war der
sehr reiche Athener Bürger Herodes Attikus. Der in den Felsgrund der Akropolis
hineingebaute Zuschauerraum (Cavea) hat einen Durchmesser von 76 m. Der Fußboden
der Orchestra mit einem Durchmesser von 19 m war mit farbigen Marmor
ausgekleidet. Das Skenengebäude gliederte sich in drei Geschosse, war 28 m
hoch und wies Mosaikfußböden auf.



ATHEN - DionysosTHEATER:
Das klassische griechische Theater wurde Mitte des 6. Jahrhunderts v.u.Z.
südlich der Akropolis in Athen errichtet. Es ist die Geburtsstätte der
Dionysien, d.h. der sakralen Festspiele zu Ehren des Gottes Dionysos Eleutherios
und der damit verbundenen Theateraufführungen. Hier wurden die Stücke von
Aischylos, Sophokles, Aristophanes, Euripides und Menander gezeigt. Heute sind
vor allem die Veränderungen aus der römischen Kaiserzeit durch die
"Philhellenen" Nero und Hadrian sichtbar. Die
halbkreisförmige Orchestra hat einen Durchmesser von ca. 20 m. Das Theater hat
78 Sitzreihen und konnte 17000 Zuschauer aufnehmen.

EPIDAUROS:
Das klassisch-griechische, sehr gut erhaltene Theater in Epidauros wurde
durch den Architekt und Bildhauer Polyklet im 4. Jahrhundert v.u.Z. errichtet.
Es wurde aus weißem Kalkstein erbaut und war zum Asklepios-Heiligtum
ausgerichtet. Im 2. Jahrhundert v.u.Z. erfolgte eine Erweiterung des Baus, um
dann 12000 Zuschauer zu fassen. Der zweigeschossige Zuschauerraum hat einen
Durchmesser von 119 m. Die Akustik des Theaters ist so ausgezeichnet, dass man
auch in den oberen Sitzreihen die Vortragenden in der Orchestra sehr deutlich
hört.



Delphi:

Das Theater in Delphi, auf der Maximumcard und der Briefmarke abgebildet,
liegt oberhalb des Apollontempels. Es wurde im 4. Jahrhundert v.u.Z. erbaut und
im Jahr 159 v.u.Z. durch König Eumenes II erneuert. Auf den 35 Rängen aus grauem
Stein fanden etwa 5.000 Zuschauer Platz. Die gut erhaltene Orchestra ist mit
polygonalen Platten gepflastert und von einer überdeckten Wasserleitung umgeben.
Das Proskenion, der vorderste Bereich der Theaterbühne, hatte ein Relieffries
mit den Heldentaten des Herakles. Von den Sitzreihen bietet sich ein herrlicher
Blick auf den Tempelbezirk und das Gebirgsmassiv. Hier wurden regelmäßig alle
vier Jahre, im Wechsel mit den Olympischen Spielen, die sogenannten Pythischen
Spiele durchgeführt. Im Theater fanden die musischen und theatralischen
Wettbewerbe um den pythischen Lorbeerkranz unter der Schirmherrschaft der
Kunstgottes Apollon statt. Die
sportlichen Wettkämpfe wurden im noch weiter hangaufwärts gelegenen Stadion
ausgetragen.
Die griechische 7-Drachmen-Briefmarke zeigt
einen der größten griechischen Schauspieler, Aimilios Veakis
(1884-1951), als Ödipus in der Tragödie des Sophokles.
DODONa:

Das Theater in Dodona in der Landschaft Epirus, auf der Maximumcard und der
Briefmarke abgebildet, wurde im 3. Jahrhundert v.u.Z. zur Zeit des Königs
Pyrrhus errichtet. Es befand sich im Heiligtum des Zeus-Orakels und konnte etwa
20.000 Zuschauer fassen. Sein maximaler Durchmeser beträgt 129 m, die Orchestra
hat einen Durchmesser von 19 m und die Bühnenkulisse (Skene) war 31 × 9 m groß..
Es gab 57 Sitzreihen in drei Rängen. Alle 4 Jahre wurden hier die "Naien", ein
Fest zu Ehren des Zeus mit musischen, dramatischen und athletischen Wettkämpfen
durchgeführt. Zur Zeit des Kaisers Augustus wandelte man die Orchestra in eine
Arena um.
Die griechische 4-Drachmen-Briefmarke zeigt Christoforos Nezer (1887-1970)
einen griechischen Schauspieler mit bayrischen Wurzeln in einem Theaterstück des
Aristophanes.
Kavala - Theater von philippi:

Das Theater in Philippi in der Nähe der modernen Stadt Kavala, auf der
Maximumcard und der Briefmarke abgebildet, wurde im 4. Jahrhundert v.u.Z. zur
Zeit des makedonischen Königs Philipp II für ca. 4.000 Zuschauer errichtet. Es
befindet sich am Fuß des Akropolis-Hügels. Seine heutige Gestalt erhielt das
Theater aufgrund einer Rekonstruktion in der Römerzeit. Im 3. Jahrhundert wurde
das Bauwerk für Gladiatorenkämpfe und Tierhetzen benutzt. In der Gegenwart
werden hier im Rahmen des Festivals "Philippi-Thasos" antike Dramen aufgeführt.
Die griechische 2-Drachmen-Briefmarke zeigt die berühmte griechische
Bühnenschauspielerin Helen Papadaki (1903-1944) in einem Drama des
Euripides.
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